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April 16, 2006
Was feiern wir eigentlich zu Ostern? Die
Auferstehung Christi oder diejenige Großisraels?
Der Holocaust, die neue Weltreligion!
von Friedrich Romig
Aus dem grässlichen Verbrechen des nationalsozialistischen
Massenmords an den Juden ist im Laufe der Geschichte der letzten sechs
Dezennien nicht nur ein neuer Wirtschaftszweig, "The
Holocaust-Industry" nach Norman G. Finkelstein, entstanden, sondern,
wie es aussieht, auch eine neue Weltreligion. Den von
Friedensnobelpreisträger Elie Wiesel für diesen Massenmord verwendeten
Begriff "Holocaust" stattete er mit allen für Hochreligionen
kennzeichnenden Merkmalen aus: Einzigartigkeit, Einmaligkeit,
Unvergleichbarkeit. Wie die Menschwerdung Gottes in der historischen
Erscheinung Christi, die Moses zuteil gewordene Offenbarung der göttlichen
Gebote auf dem Sinai oder das von Mohammed aufgenommene und im Koran
niedergeschriebene Diktat Allahs, so ist auch der Holocaust ein
einzigartiges, geschichtlich einmaliges und mit nichts anderem zu
vergleichendes, unbegreifliches, durch die Vernunft nicht erklärbares
Ereignis. Den universellen Charakter dieser neuen Weltreligion hat im
Oktober 2005 die United Nations Organisation mit der Einführung des ab nun
in jedem Jahr zu begehenden "Holocaust-Weltgedenktages"
unterstrichen. Anders als beim Mord am Gottesohn, "in dem die ganze
Menschheit gekreuzigt wurde" (H. de Lubac), wird in der - allerdings
nur mehrheitlich - verabschiedeten UNO-Resolution jede Leugnung der
historischen Tatsache des Holocaust an den Juden verurteilt. Damit wird
durch die Weltgemeinschaft aus der Fülle der Völkermorde ein einzelner
hervorgehoben und als mit keinem anderen vergleichbares Verbrechen
gewissermaßen "dogmatisiert". Man hat an seine Einzigartigkeit
oder "Singularität" zu "glauben" wie der Christ an die
Erbsünde. Als Glaubenswahrheit wird der Holocaust so zu einer Art Religion.
Wer Zweifel an ihm hegt, gilt als Feind der Wahrheit, er gehört nicht zu
der im Glauben geeinten Völkergemeinschaft.
Das hat Auswirkungen auf die Stellung des Christentums.
"Wenn es Gott gibt, kann es Auschwitz nicht gegeben haben. Aber da
Auschwitz existierte, ist die Existenz Gottes unmöglich" (Primo Levi).
Und ohne Gott gibt es natürlich auch keinen Gottessohn und keine
Auferstehung, so die Argumentation der Spätaufklärer. Der Glaube an den
Holocaust ersetzt das Christentum, und nicht nur dieses.
Wie jede kraftvolle Religion, so hebt auch die neue "Holocaustreligion"
die Trennung von Staat und Religion auf. Die Verbindung von Holocaust und
Staat ist in manchen Staaten so eng, dass sie zum unaufhebbaren
Gundbestandteil der Verfassung geworden ist. Eigene "Verfassungschutzämter"
sind in solchen Staaten praktisch ausschließlich mit der Aufgabe betraut,
diese Untrennbarkeit von Religion und Staat gegen "innere Feinde"
zu sichern. Wer in diesen Ländern die Wahrheit des Holocaust leugnet, wird
verschiedentlich von den als Glaubenswächter fungierenden Kultusgemeinden
oder Denunziationsarchiven angezeigt und den Strafbehörden zugeführt.
Untersuchungsrichter vertreten die Inquisition, Staatsanwälte klagen die
Glaubensabweichung an, Volks- oder Geschworenengerichte entscheiden mit
ihrem Urteil über die Schwere des Sakrilegs, Strafbehörden sperren die
Glaubensabweichler ein und sorgen für die Erfüllung der auferlegten
Bußpflichten. Ganz in staatsreligösem, der Trennung von Staat und Religion
widersprechendem Sinne, fordert die UNO in ihrer Resolution die Staaten zu
einer Art "Weltkatechese" auf: Sie sollen Bildungsprogramme
entwickeln, welche heranwachsenden Generationen mit den Schrecken des
Holocaust, dem Kreuzweg der Juden, vertraut machen. Mit ihrer Resolution ist
die UNO einer Forderung der Task Force for International Cooperation on
Holocaust Education, Remembrance and Research nachgekommen. Diese "Task
Force" wurde 1998 in Stockholm von Israel, den USA, Großbritannien,
und Deutschland gegründet, Polen, Frankreich, die Niederlande, Italien und
Österreich sind ihr kurz nach Gründung beigetreten. Ihr Zweck ist es, die
Holocaustreligion überall durchzusetzen. Sie gilt für ihre Befürworter
als Sakrament oder "Heilsgut", welches Völkermorde verhindern
soll. Sie versöhnt und trennt nicht wie jene diversen monotheistischen
Religionen, die alle zu mörderischen Religionskriegen geführt haben.
In vielen Staaten, sogar in solchen, in denen nie ein
Massenmord an Juden stattgefunden hat, werden heute mit staatlicher Hilfe
Gedenkstätten, Museen und Denkmäler errichtet, in denen an den Holocaust
erinnert oder auf kultisch-feierliche Weise der jüdischen Opfer durch die
Vertreter des Staates und der Gesellschaft gedacht wird. Yad Vashem in
Israel wurde zum neuen Mekka, zu dem alle Politiker pilgern müssen, die in
ihren Parteien, Ländern oder in der Welt etwas werden oder gelten wollen.
Im Totenkult von Yad Vashem feiert Israel als Volk und Staat seine
Auferstehung, und wir feiern mit ihm ein neues Ostern.
Selbst ein Papst hat bereits seine Schritte zu dieser
Kultstätte gelenkt. Die symbolische Bedeutung seines Gangs zur heiligen
Stätte des Holocaust ist kaum zu überschätzen. Die Massenmedien
missverstehen solche Schritte oft genug als eine Art Anerkennung der
Holocaustreligion durch den Heiligen Vater. Selbst eine Höherstellung der
Holocaustreligion über das Christentum wird vielfach angedeutet. Die
christlichen Ursprünge des Antisemitismus, von Juden häufig als geistige
Wurzel des Holocaust bezeichnet, sind zur Quelle kirchlicher Selbstanklagen
geworden, die mehr und mehr "das Kreuz um seine Kraft bingen"
(Johannes Paul II.) Jetzt wird nicht selten allein schon das öffentliche
Bekenntnis zum christlichen Glauben als peinlich empfunden. Es kann, wie im
Falle Rocco Buttiglione, zur Übernahme öffentlicher Ämter in der
Europäischen Union disqualifizieren. Die Schwäche des Christentums zeigt
sich nicht zuletzt im liturgischen Wildwuchs. Das theologische Chaos
verstört die Gläubigen und lässt sie auf die Teilnahme am Gottesdienst
immer öfter verzichten. Der Kern der Glaubenslehre, das Credo, verursacht
bei "aufgeklärten", naturwissenschaftlich gebildeten Geistern nur
noch verwundertes Kopfschütteln. Gott werden selbst von Bischöfen
allenfalls noch "Designerqualitäten" zugebilligt, die unbefleckte
Empfängnis Mariens kann ER mit solchen Qualitäten allerdings kaum bewirkt
haben. Ohne Konsequenzen dürfen heute katholische Theologen das "leere
Grab" und die Auferstehung Christi in den Bereich der Mythen verweisen,
in dem der Kinderglaube beheimatet ist. Wenn wundert es noch, wenn
evangelische Theologen, worüber G. Rohrmoser jüngst berichtet hat, das
ganze Christentum als eine "Fälschung" des Apostels Paulus
betrachten, habe der Rabbi Jesus von Nazereth doch niemals eine eigene
Religion begründen, sondern das Judentum erneuern wollen. Die Re-Judaisierung
des Christentums und die Bekehrung der Christen zum Judentum seien daher
angezeigt und notwendig.
In den durch die Schwäche des Christentums entstehenden
Leerraum dringt die Holocaustreligion mit Leichtigkeit ein. Ihre Bekenner
dulden keine Zweifel und Abweichungen. Kraftvoll wenden sie sich allein
schon gegen das Aufwerfen der Frage, in welchem Umfang, an welchem Ort und
auf welche Weise denn die Mordwaffe (z. B. "Gaskammer")
funktioniert hat, mit der die industrielle Massenvernichtung der Juden
erfolgt ist. Sie betrachten solche Fragestellungen als Sakrileg, welches
unbarmherzig zu verfolgen ist. Selbst die Ankündigung der Veranstaltung
eines Symposiums von Fachleuten zur Erörterung dieser Fragen wird als Bruch
mit der Holocaust-Religion betrachtet, gegen welchen der Staat als
Religionswächter einzuschreiten und Maßnahmen zur Unterbindung der
Veranstaltung oder der Teilnahme an ihr zu setzen hat.
Völkermorde sind im Laufe der Geschichte keine Seltenheit,
sie gehören zu dem dem Historiker vertrauten Material – man denke nur an
das Schicksal der Indianer, der Indios, der Armenier, der Kambodschaner oder
an die Geschehnisse in Ruanda, in Bosnien-Herzegowina und in Äthiopien.
Keiner dieser Genozide kann es in seiner religiösen Bedeutung mit dem
Holocaust aufnehmen, keiner hat einen Weltkult hervorgebracht. Der Grund
für die Hervorgehobenheit und Einzigartigkeit des Holocaust ist im weithin
anerkannten Status der Juden als dem von Gott "auserwählten Volk"
zu finden. Nur die Juden bilden ein zur Weltherrschaft berufenes "heiliges
Volk von Königen und Priestern" (Js 19, 6). Der Mord an diesem
heiligen Volk hat einen ganz anderen Charakter als alle anderen Genozide, er
tritt an die Stelle der "Erbsünde". Nicht das Weltelternpaar hat
diese begangen, sondern das deutsche Volk. Es ist durch diesen Mord zum
Inbegriff des Bösen geworden und hat eine Schuld auf sich geladen, die
niemals getilgt und gesühnt werden kann (während die Nachkommen der
Vollstrecker der kommunistischen Massenmorde weder Verantwortung noch Schuld
zu tragen haben). Es wurde deshalb dem Exorzismus der "Umerziehung"
unterzogen, der das Deutschtum, den "bösen Geist", austreiben
sollte. Das neue, "gereinigte" Deutschland definiert sich,
jedenfalls nach den klaren Aussagen seiner Regierungsvertreter und
Repräsentanten, jetzt durch den Holocaust, so wie der Christ durch die
Erbsünde, das Reinigungsbad der Taufe und das Credo.
Aber auch anderen Staaten bleibt die Anerkennung des
Holocaust als Sakramentum nicht erspart. So wurde beispielsweise die
Aufnahme osteuropäischer Staaten in die NATO mit der Verpflichtung zur
"Aufarbeitung" der Judenverfolgung und Anerkennung der
Holocaustreligion als "Staatswahrheit" verbunden. Diese
Verpflichtung hängt mit der für jede gemeinsame (Sicherheits-) Politik
notwendigen Unterscheidung von Freund und Feind zusammen, die nach dem
Zusammenbruch des Sowjetimperiums problematisch wurde. Durch die Akzeptanz
der Holocaustreligion wird jetzt jeder Staat zum Feind, der sie nicht
anerkennt und deshalb auf die "Achse des Bösen" gesetzt werden
kann. Solche Staaten gelten als "Schurkenstaaten", die von ihrer
"Sünde" durch Krieg, Niederwerfung oder die Anzettelung von
Bürgerkriegen oder von inneren, "orangenen" Revolutionen zu
"befreien" sind. Heute befinden sich etwa 60 Staaten auf dieser
Achse des Bösen, wobei die islamischen Staaten als eingeschworene Feinde
der Holocaustreligion besonders ins Visier der NATO geraten sind. Durch die
enge Verbindung der USA zu Israel ist die NATO unter der Führung der USA zu
jener "großisraelischen" Allianz geworden, von der man hofft, sie
könne die Holocaustreligion auf der ganzen Welt durchsetzen und gegen
Angriffe schützen.
Mit dem UNO-Beschluss zur Anerkennung des Holocaust wird
diese zu einem Teil der "Zivilreligion" ganz im rousseauschen
Sinne, ohne welche auch die volonté général der Weltgemeinschaft nicht
auskommen kann. Die Legitimation der vox populi als vox Dei war in der
Demokratiekonzeption Rousseaus unverzichtbar an religiös-transzendente
Voraussetzungen gebunden, welche vorbehaltslose Anerkennung ("sans
reserve") und unbedingten Gehorsam einfordern konnten. Wer sie leugnete,
machte sich zum "Feind der Demokratie", er befand sich außerhalb
des Gesetzes ("hors de la loi") und wurde daher ausgegrenzt,
ausgewiesen, weggesperrt oder sogar mit der Todesstrafe belegt. Heute sorgt
die Holocaustreligion in ihrer Verbindung mit den "demokratischen
Werten" auf Weltebene für die mögliche und notwendige Erkennung der
Feinde Großisraels. Ein Glaube, eine Menschheit, eine Weltordnung und eine
Weltmacht, die regiert, werden als Voraussetzung für das Funktionieren der
Völkergemeinschaft propagiert. Durch die Anerkennung des Holocaust als
Weltreligion und als der alle Religionen und kulturellen Unterschiede
überwölbende Glaube, soll eine "Selbstjudaisierung" (R. Hickson),
"Israelisierung" (M. Shalid Alam) oder "Zionisierung" (
Putin, Mahatir, Ahmadinedschad) der Völker herbeigeführt werden, durch die
sie sich willig unter das Joch des auferstandenen Israel und der USA begeben
und sich von ihnen durch das im 20. Jahrhundert bereits eingeläutete
"Jewish Age" (Yuri Slezkine) leiten lassen. Wo die Reise hingeht,
beschreibt "die Geheime Offenbarung des Johannes", welche nicht
ohne Absicht an das Ende des Buches der Bücher gerückt ist. Dort ergreift
der Holocaust, die endgültige "Shoah" oder "Katastrophe",
ganz Babylon, die City of Man.
Veröffentlicht unter folgenden Titeln:
"Der 13te". (Römich-katholische Monatszeitschrift
für Kirche und Welt), 22. Jg. H. 4 vom 13. April 2006, S 6ff: "Der
Holocaust, die neue Weltreligion. Was feiern wir eigentlich zu Ostern? Ein
literarisch-politisches Feuilleton".
"ZUR ZEIT" (Wochenzeitung für Österreich), Nr.
15-16 vom 14.-27. April 2006, S 20f : Eine neue Weltreligion. Was feiern wir
eigentlich zu Ostern?"
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