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July 9, 2006
Politischer Häftling Ernst Zündel über Fußball und das
Wiedererstehen deutschen Stolzes
(Zusammengestellte Auszüge aus Briefen an seine Frau,
Ingrid Rimland)
Der Sport wird als Sicherheitszone innerhalb einer
politischen Atmosphäre gesehen. Irgendwann aber, meine liebe Frau, wird
alles wenigstens teilweise politisiert. Dadurch entstehen wertvolle
Beispiele.
Es sieht so aus als ob die Deutschen im Fußballtaumel sind.
Das ist etwas, was ich aus eigener Erfahrung nachvollziehen kann, denn ich
hatte meine ersten echten Volkszugehörigkeitsgefühle mit solch einem
distillierenden Geschehen.
Es gibt einen Bestseller und einen Blockbusterfilm über ein
anderes historisches Geschehen, das man das "Wunder von Bern"
nennt. Neun Jahre nach dem Krieg hatten die Deutschen die schlimmsten
Erinnerungen dieser Niederlage abgeschüttelt und versuchten, sich wieder in
der europäischen Völkerfamilie zu etablieren. Achzig bis neunzig Millionen
Deutsche, in ganz Europa verstreut, fühlten sich damals erlöst, als ob
ihnen ein Stein vom Herzen gefallen war. Das muß so etwas Ähnliches sein
wie die "Wiedergeburt" eines religiösen Christen.
Zu der Zeit war die Fußballwelt eine europäische Welt;
andere Nationen waren noch nicht von diesem Fieber ergriffen. Die
Weltmeisterschaft wurde in Bern in der Schweiz ausgetragen, wo die deutsche
Nationalelf auf Ungarn traf, die sich auch qualifiziert hatten. Meine
Schulkameraden und ich fieberten dem Finale entgegen, zusammen mit dem Rest
der Nation. Zu der Zeit spielten wir deutschen Kinder noch in den Ruinen
unseres zerstörten Vaterlands. Diese Ruinen waren unsere Bühne.
Ich habe diese Erinnerung mit Tausenden Deutschen in der
ganzen Welt durchgesprochen, die alt genug waren, über sich selbst und
nationale Fragen nachzudenken. Alle fühlten das Gleiche wie wir Kinder
damals. Unsere Psyche hatte sich verändert. Neunzig Minuten eines
Fußballspiels erreichten etwas, dem Schriftsteller, Dichter, Sänger - und
besonders die politischen Handlanger der Alliierten - nicht einmal nahe
kamen. Ein Fußballspiel gab den traumatisierten Deutschen ihre
Selbstachtung wieder.
Ingrid, so sehr das auch andere befremden mag, vielleicht
auch Dich in 5,000km Ferne von all diesem Geschehen, heute können wir wohl
sagen, daß eine tektonische Verlagerung in der deutschen Seele vor sich
geht. Bisher noch tief unter der Oberfläche regt und erregt sich deutsches
Empfinden.
Vulkane sind interessante Phenomene. Sie werden von
Wissenschaftlern aller Art beobachtet, gemessen, registriert und bewertet.
Die Wahrscheinlichkeit von Ausbrüchen wird mit mehr oder weniger richtigen
Schätzungen belegt, die schließlich nur eine Frage des Zeitpunkts sind.
Wir, die Wissenden, die Jahrzehnte lang spezialisierte
Kenntnisse über den spezifisch deutschen Vulkan gesammelt haben, dessen
Unruhen wir an den geschichtlichen Ereignissen ablesen konnten - wir sind
wie die Vulkanologen, die über die Hänge des Berges klettern oder über
den brodelnden Kessel fliegen und die Gase und Asche messen. Was wir
beobachten, ist nur, was sich an der Oberfläche bemerkbar macht und bisher
nur als harmloser Dunst, mit etwas Beigeschmack von Giftgas, das als
lästige Asche in der deutschen politischen Landschaft niederschlägt. Wir
aber können viel daraus entnehmen mit unserem eingepeilten Sinn für diesen
deutschen Vulkan. Wir verstehen den Vorgang, weil wir für diese Aufgabe
geeignet sind, weil wir ein enger, integrierter Bestandteil desselben sind.
Deshalb sind unsere Einsichten von einem höheren Wert als der, für den die
Nachrichtendienste hochbezahlte Mannschaften zur Auswertung einsetzen.
Ingrid, ich weiß, unser Vulkan ist jetzt in der Tiefe aktiv.
Der innerliche Druck dieser Urkraft, der sich über Jahrzehnte angesammelt
hat, muß sich entladen, muß eine Form der Entspannung durchmachen. Wenn es
nun nicht nochmals mit gewaltsamer Wut geschehen soll, wäre es besser, wenn
man etwas Dampf und Lava in weniger gefährdeter Richtung ablassen würde,
damit der Kegel nicht so explodiert wie St. Helens vor 20 Jahren.
Die WM beschert den Deutschen ein Sicherheitsventil, das
sich im Einzelnen und kollektiv mit Geschrei und Tanzen bemerkbar macht -
mit ihren harmlosen Uniformen, die ihre Identität bezeugen sollen: ein
endloses Meer von T-shirts mit deutschen Emblemen und patriotischen Parolen,
die oft in Englisch aufgedruckt sind, wenn Du Dir soetwas vorstellen kannst.
Diese jungen Deutschen, darunter viele Mädchen, lassen Dampf ab, der sich
über lange Zeit angesammelt hat.
Die jungen Fußballspieler waren geboren, als ich in meine
ersten Gerichtsverfahren verwickelt war. Ein junger 22-23 Jähriger
bestätigte die Spieler, die mit Armen über Schultern das Deutschlandlied
sangen, als er mit einem TV Reporter, gegenüber dem früheren Innenminister
Schily - der zweifelslos wenigstens teilwesse an meinem Schicksal beteiligt
war - erwähnte, daß er noch nie so einen lautstarken, spontanen Ausbruch
der Nationalhymne gehört habe wie da im Stadion - was Schily säuerlich
einräumen mußte, denn er wollte ja dafür Kredit auf sein Konto schreiben,
war er doch einer der 1968er mit seinen Einwanderungsreformen usw.!
Sogar die Berichterstatter der Systempresse bemerkten
darüber: "Die Deutschen schämen sich nicht mehr."
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Die Art, wie sich die Deutschen langsam befreien, drückt
sich bisher dezent aus, indem patriotische Parolen auf T-shirts und Schale
gedruckt werden, mit Versen des Deutschlandlieds - vorsichtshalber! Sie
signalisieren mit Knöpfen und schwarz-rot-gold gefärbtem Haar und bemalten
Gesichtern und Fußballschuhen. Claudia Schiffer, wohl kaum ein Vertreter
deutscher Würde und deutschen Nationalgefühls, zeigte sich neulich in
England zu Aufnahmen in einer Brigitte Bardot Pose, nur in eine deutsche
Flagge eingewickelt. Die Leute entscheiden sich so langsam. Es liegt was in
der Luft, und ich bin nicht der Einzige, der das merkt und über eine
seismische Verlagerung in der deutschen Haltung spricht. Aber nicht nur die
Flagge, was für eine Deutsche ja schon fast beruflicher Selbstmord ist,
sondern was sie dann sagte - was mich fast umgehauen hat:
"Höchste Zeit, daß wir die Klischees über
Deutschland ausräumen."
Ingrid, in fast jeder Pressekonferenz hat der deutsche
Nationaltrainer Jürgen Klinsmann, der selbst ein berühmter Fußballmeister
war und jetzt mit Frau und Kindern in Malibu, Californien wohnt,
herausgestellt, daß die ausgelassene Stimmung der Deutschen dem
Independence Day in USA ähnlich ist, wo der Tag und die Flagge mit
genausoviel Rummel gefeiert wird. Er erklärte dann, daß die Menschen da
auch die Stars-and-Stripes raushängen und Flaggen schwingend in ihren Autos
herumbrausen, ganz fröhlich und natürlich. Er sagt, das ist ganz einfach
logisches, natürliches Benehmen. Und er wiederholt das mit seinem
schwäbisch geschminkten Englisch bei den Interviewern von BBC und CNN usw.
Kannst Du die Dynamik darin sehen? Nicht nur 80 Millionen Deutsche hören
von dem Nationaltrainer eine gesund-verständliche Erklärung für die
Vorkommnisse, das Ausland hört sie auch. Als Klinsmann einmal eine
patriotische Haltung annahm, erzählte er einem Reporter, daß er am 4 July,
Independence Day in USA, teilnahm, indem er eine deutsche Flagge fliegen
ließ. Und dieser Deutsche mit seinem schwäbischen Akzent sprach zu einem
500 Millionen starken Publikum in aller Welt über die Vorzüge einer
gesunden, nationalen Identität! Nach einem Bericht der Süddeutschen
Zeitung erklärte Klinsmann: "Junge Spieler und forsche Taktik werden
uns im eigenen Land die Meisterschaft erringen. Wir werden der Welt einmal
zeigen, wer wir sind."
Ingrid, der hört sich an wie ein Fußball-Revisionist. Das
ist das Evangelium der Selbstbefreiung.
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Die Weltmeisterschaft fing mit einer verklemmten Stimmung
an; mit der typisch deutschen Selbstverachtung, die über die Psyche der
Nation gezogen worden ist wie eine Gaswolke aus dem ersten Weltkrieg. Alle
vermieden jegliche patriotischen Töne, was einen intuitiven Beobachter wie
mich sehr traurig stimmte.
Dann kam die gegen Klinsmann gerichtete Kritik - der Schwabe
aus Kalifornien! Es war eine saure Stimmung für alle mit einem Gefühl für
die Nuancen menschlichen Benehmens. Ingrid, ich weiß, daß Sport Dir nicht
viel bedeutet, aber dieser Klinsmann war der Mannschafts-Erste unter Franz
Beckenbauer, der selbst eine lebende Legende im deutschen Fußball ist.
Dreißig Jahre lang war er der "Kaiser" als Captain und Trainer.
Beckenbauer entkam auch nach Amerika aus einem Fußballmilieu, das zu
bürokratisch, von Tradition gelähmt und krank war. Er wurde mit viel Geld
nach Deutschland zurückgelockt - und mit dem Versprechen, daß er freie
Hand bekäme, so vorzugehen, wie er es für richtig hielt - ähnlich, wie
man es mit Klinsmann machte, der schon acht Jahre mit seiner Frau, Debbie,
und Kindern in Malibu lebte.
Ingrid, wie oft habe ich schon geredet über den Vorteil
einer Mischung von amerikanischer Großzügigkeit, aber Einfachheit des
Handelns, und Angriff von Problemen bei Sachen, die den Deutschen als
unüberwindliche Hindernisse erscheinen, weil sie Angst haben, sich wie die
Adler zu erheben statt wie Puten im Stall zu sitzen. Es stimmt mich
zufrieden, daß ich mit all meinen scholastischen Nachteilen und Mängeln
doch recht hatte, denn ich fühlte, daß, was da immer noch fehlt, der Wille
zur Befreiung von Jahrhunderten von einengenden Gewohnheiten,
ungeschriebenen Gesetzen und Tabus ist. Es fehlt die Herausforderung der
überalterten Dogmen, zu der die Gesellschaft verdammt ist. Diese
Einzäunungen sind wie eiserne Manschetten an den Gelenken der Menschen.
Deutschland ist ein klassisches Beispiel.
Ein Reporter wollte von Klinsmann wissen, was es denn mit
dieser ganzen neuen Einheitlichkeit auf sich hatte. Worauf Klinsmann ganz
dreist in die Linse schaute und sagte: "Ein bißchen Patriotismus ist
gut und schadet niemand!" Ingrid, in sechzig Jahren habe ich sowas nur
von Leuten gehört, die als Ewiggestrige verspottet werden.
Ich hatte Dir Bilder versprochen von der Art, wie die junge
Generation ihren Geist aufarbeiten will. Die haben heute noch nicht den Mut,
der Sache einen organisierten, politischen Ausdruck zu geben. Das System
hier hat Mittel und Wege gefunden, das bis jetzt zu unterdrücken - aber
sieh Dir die Jahrgänge und die Gesichter an - die gelösten Gesichter!
Ingrid, beim Schreiben sehe ich mir gerade die 9 Uhr Nachrichten und die
Patriotismus-Debatte von NTV an. Es heißt - "... ist dieses ganze
Fahnenschwenken nicht gefährlich?" und ".. ist das der
auferstehende deutsche Nationalismus?"
Wozu dann ein 25Jähriger antwortet: "... wir haben
hier eine Menge aufzuholen in puncto Patriotismus!" - und das mit einem
Hintergrund von hunderttausend Fahnen schwingenden jungen Deutschen, ein
Meer von Flaggen, soweit die Kamera es erfassen kann! Und die sind dabei
ganz unbedarft - wie Du von diesen wenigen Fotos siehst.
Sieh Dir das Mädchen in der Mitte an, Ingrid - die ist von
der "noch nicht geborenen Generation", von der ich sprach, als
amerikanische und kanadische Interviewer wissen wollten, warum ich mich
dieser ganzen Schlechtmacherei und Gefahr aussetze. Ich sagte immer wieder:
"Das mache ich für die Kriegszeit-Generation, die keine Fürsprecher
hat, und für die Generationen, die noch nicht geboren sind. Niemand spricht
für sie, niemand schützt sie." So hier siehst Du diese Generation.
Das Mädchen wurde wohl zu Zeiten meiner Verhaftung geboren, ihre Eltern
wahrscheinlich zu der Zeit der ersten politischen Verfahren gegen mich.
Das macht Geschichte!
Zuerst werden sich diese jungen Menschen seelisch befreien,
und wenn sie politisch reif sind, werden die, die noch denken können, die
nächste Generation von Führern stellen. Die werden die richtigen
Folgerungen ziehen. Die Informationszeit ist hier, wie ich schon tausendmal
sagte. Sie wird den Würgegriff der verkappten Zensoren lösen und den der
Propagandisten in ihren Schlüsselpositionen - durch die Demokratisierung
der Informationen. Diese Zeit ist jetzt da.
Natürlich ist es etwas anders, als wir es uns vielleicht
vorgestellt hatten. Die Geschichte wiederholt sich eben nicht immer genau.
Aber denke an die T-shirt- und Fahnen-Hersteller, die Nachtschichten
arbeiten mußten, um den Bedarf zu decken. Wir haben hier eine
Straßenrevolution, die alle überrascht hat. Es ist keine Wiederholung der
Methoden unserer Väter. Es ist viel unschuldiger und weniger drohend für
die, denen das Abdanken droht. Und so soll es auch sein. Patriotische
Ausdrücke sollten ein positives Erlebniss sein - wie in Amerika am 4. Juli.
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Der Mannheimer Morgen vom 9. Juni berichtete, daß Joseph
Blatter von Milliarden Zuschauern in 180 Ländern redete, die diese
Meisterschaften ansehen würden. Dies ist also das wichtigste Sportereignis
je. Darum ist die bildliche Verkörperung dessen so wichtig, und die
Umwandelung der jungen Deutschen wird gleichweise ein neues Erscheinungsbild
sein. Jedes Spiel, in dem sich die Mannschaft halbwegs behaupten kann, wird
diese neue Vorstellung kräftigen und sich den Menschen ins Gedächtnis
brennen. Sogar wenn die deutsche Mannschaft, von dem schwäbischen
Amerikaner trainiert, früh rausfliegen sollte, der wichtigste Sieg, vom
politischen Standpunkt, ist schon erreicht. Klinsmanns ungewöhnliche
Methoden, seine Hinterfragung alter Gewohnheiten, seine Mitbringung eines
fast naiven, jugendlichen Selbstbewußtseins, hat schon eine Umwandlung des
deutschen Fußballmythos erreicht - gestärkt durch jedes Spiel, in dem die
Junge Mannschaft sich behaupten kann. Jedes Spiel, sogar die gegen die
unbedeutendsten Gegner mit wenig Chancen, sind für den Pozeß, der jetzt im
Gang ist, wichtig. Es bedeutet die Entschlaffung der deutschen Volkspsyche,
lockernd und befreiend von dem Krampf, der den deutschen nationalen Geist
fast drei Generationen lang in einer Zwangsjacke gehalten hat. Man muß sich
das vorstellen wie eine zeitraffende Filmaufnahme von dem Öffnen einer
Blüte nach einem Regenschauer in der Wüste. Die Gesichter der Jungen und
Mädchen in ihren T-shirts und Jeans strahlen jetzt Übermut und
Sorglosigkeit. Das ist ein Fingerabdruck der amerikanischen Art und Weise.
Was hier vor sich geht, ist eine stromliniengeformte Modeergänzung, die
durch ihr Vorbild sofortigen politischen Ausdruck hat, wie ein
Aushängeschild. Da diese Meisterschaften von Milliarden Menschen beobachtet
werden, haben sie einen unglaublichen Propagandawert. Fernsehen braucht
Nahaufnahmen, um Leidenschaft, Freude und Übermut zu vermitteln. Das ist
schon erreicht durch die begleitende, freiwillige Bekennung zur eigenen
Mannschaft, zu eigenen Farben, Symbolen und Volk.
Aud diese Weise entstehen Idole! Befreier des Geistes!
Klinsmanns Fußballmannschaft ist ein Werkzeug für deutsche
Selbsterlösung. Unsere jungen Leute bekennen sich unschuldig und tanzen in
eine neue Zeit - ein Spiel nach dem anderen, Ingrid! So wurde das Image
definiert, welches die Patriotismus-Debatte in Gang setzte. So sangen sie
die Nationalhymne im Stadion.
Dreißig Jahre lang war ich der Einzige in der
englischsprechenden Welt, der das bei jeder Gelegenheit vorschob - und jetzt
sagen Fotomodelle und Schauspielerinnen es öffentlich bei Pressekonferenzen.
Eine neue Generation übernimmt die Initiative. Wer weiß, was die jetzt
noch bei der Presse und in Talk-Shows noch sagen werden.
Da dies hier ein zensierter Brief ist, werde ich es jetzt
dabei belassen.
Ernst Zündel
(Opfer einer politischen Entführung vor drei Jahren - mit
Hilfe von systemtreuen Vasallenverrätern von America über Kanada nach
Deutschland verschleppt! www.zundelsite.org
Eine Zündel-Probediskette der politischen
Aufklärungskampagne Ernst Zündels ist auf Anfrage erhältlich. irimland@zundelsite.org)
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Please write to Ernst Zündel, let him know that he is not
alone:
Ernst Zundel
JVA Mannheim
Justiz-Vollzugsanstalt
Herzogenried Strasse 111
D 68169 Mannheim
Germany
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