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May 18, 2006
1. Alles Leben wirkt nach Naturgesetzen. Uns offenbart sich
das Göttliche in diesen ewigen, ehernen Gesetzen, gegen die zu verstoßen
widersinnig ist. Wir bekennen uns zu einem Leben im Einklang mit den
Naturgesetzen.
2. Kampf ist Teil des Lebens; er ist naturnotwendig für
alles Werden, Sein und Vergehen. Jeder einzelne von uns wie unsere gesamte
Art stehen in diesem Ringen. Wir bekennen uns zu diesem nie endenden
Lebenskampf.
3. Die Menschenarten sind verschieden in Gestalt und Wesen.
Diese Verschiedenheit ist sinnvolle Anpassung an die unterschiedlichen
Naturräume. Wir bekennen uns zur Erhaltung und Förderung unserer
Menschenart als höchstem Lebensziel, denn auch sie ist eine Offenbarung des
Göttlichen.
4. Leib und Seele bilden eine Einheit. Wir bekennen uns zu
gleicher Wertschätzung von beiden.
5. Unser Sein verdanken wir wesentlich Eltern und Ahnen. Wir
bekennen uns zur Verehrung unserer Ahnen und wollen ihr Andenken an kommende
Geschlechter weiterreichen.
6. Die Sonne erhält alles Leben auf dieser Erde. Himmel und
Erde, Tier und Pflanze, Berg und Baum, Wind und Wasser sind uns Heimat; wir
sind in der Natur eingebettet und können uns nicht ungestraft von ihr
lösen. Wir bekennen uns zur Sonnen- und Naturverehrung unserer Vorfahren
und sehen die Umwelt nicht als eine der menschlichen Willkür unterworfene
Sache an.
7. Sitte und Brauch sind Bestandteil jeder religiösen
Gemeinschaft. Wir bekennen uns zum germanischen Kulturerbe und dessen
Weiterentwicklung.
8. Unser Wille wird durch unser Wesen bestimmt. Es wird
durch Erbanlage und Umwelt, Prägung und Erziehung geformt. Wir bekennen uns
zur Wertung des Menschen nach Haltung, Leistung und Bewährung.
9. Schuldig kann jeder werden, schicksalsbedingt. Wir
bekennen, daß Schuld allein durch eigene Tat und Streben zum Guten zu
sühnen ist.
10. Schmerz und Leid weisen uns auf Gefahren hin und sollen
Abwehrkräfte von Körper und Geist wecken. Sie bewirken Erschütterung,
aber auch Gesundung. Wir bekennen uns zu Schmerz und Leid als naturgegebenen
Kräften und sehen sie nicht als Strafe irgendeiner überirdischen Macht.
11. Ohne den Tod des Einzelwesens sind die Arten nicht
lebens- und entwicklungsfähig. Wir bekennen, daß der einzelmenschliche Tod
nicht Strafe oder Erlösung aus einem angeblichen irdischen Jammertal,
sondern Voraussetzung für das künftige Gedeihen unserer Art ist.
12. Der Mensch ist unsterblich in den Nachkommen und
Verwandten, die sein Erbe teilen. Nur sie können unsere von den Ahnen
erhaltenen Anlagen verkörpern. Wir bekennen, daß der höchste Sinn unseres
Daseins die reine Weitergabe unseres Lebens ist.
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Ernst Zundel
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